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Keller von innen abdichten: Verfahren im Überblick

2026-06-16 8 Min.DichtWerk Team

Einen Keller von innen abdichten heißt, die Feuchtigkeit direkt im Innenraum zu stoppen, ohne das Erdreich rund um das Gebäude aufzugraben. Dazu tragen Fachleute eine mineralische Dichtschlämme auf das vorbereitete Mauerwerk auf, ergänzt durch Sperrputz und ein feuchteregulierendes Sanierputzsystem. Bei aufsteigender Nässe kommt eine nachträgliche Horizontalsperre hinzu. Dieses Vorgehen eignet sich für seitlich eindringende Feuchte und für Altbauten ohne funktionierende Horizontalsperre.

Wann eine Innenabdichtung sinnvoll ist

Die Frage Innen- oder Außenabdichtung entscheidet sich an der Ursache der Feuchtigkeit und an der Zugänglichkeit des Gebäudes. Die Außenabdichtung gilt fachlich als die direkteste Lösung, weil sie das Wasser dort abhält, wo es auf die Wand trifft. Sie setzt jedoch voraus, dass die Kellerwände freigelegt werden können. Bei eng bebauten Grundstücken, angrenzenden Garagen, Terrassen oder Wegen ist das Aufgraben oft unwirtschaftlich oder gar nicht möglich.

In diesen Situationen ist die Innenabdichtung die praktikable Wahl. Sie kommt vor allem dann in Betracht, wenn:

  • Feuchtigkeit seitlich durch die Kellerwand eindringt und sich an der Innenseite als feuchte Flecken, abblätternder Putz oder Salzausblühungen zeigt.
  • das Haus bewohnt ist und das Erdreich nicht großflächig geöffnet werden soll.
  • eine funktionierende Horizontalsperre fehlt und Feuchtigkeit kapillar aufsteigt.
  • die Kosten und der Eingriff einer Außenabdichtung in keinem sinnvollen Verhältnis zum Nutzen stehen.

Eine genaue Diagnose steht immer am Anfang. Erst wenn klar ist, ob die Nässe seitlich eindringt, von unten aufsteigt oder unter Druck ansteht, lässt sich das passende Verfahren festlegen. DichtWerk bietet dafür eine kostenlose Begutachtung an, in der Regel innerhalb von 24 Stunden. Mehr zum Gesamtüberblick finden Sie auf unserer Seite zur Kellerabdichtung.

Verfahren der Innenabdichtung

Die Innenabdichtung ist kein einzelner Arbeitsschritt, sondern ein abgestimmtes System aus mehreren Lagen. Jede Schicht erfüllt eine eigene Aufgabe.

Mineralische Dichtschlämme

Die mineralische Dichtschlämme ist das Herzstück der flächigen Innenabdichtung. Sie wird als zähflüssige Masse in mehreren Lagen auf das gereinigte und vorbereitete Mauerwerk aufgetragen. Nach dem Aushärten bildet sie eine geschlossene, wasserdichte Schicht, die fest mit dem Untergrund verbunden ist. Mineralische Dichtschlämmen halten auch einem gewissen Wasserdruck stand und eignen sich daher für Wände, an denen Feuchtigkeit von außen ansteht. Voraussetzung ist ein tragfähiger, sauberer und ausreichend rauer Untergrund.

Sperrputz

Auf die Dichtschlämme folgt häufig ein Sperrputz. Dieser dichte, wasserabweisende Putz verstärkt die Abdichtungsebene und schützt die darunterliegende Schicht mechanisch. Sperrputz reduziert das Eindringen von Wasser und Salzen in den weiteren Wandaufbau und schafft eine ebene Grundlage für die folgenden Lagen.

Sanierputzsystem

Den Abschluss bildet ein Sanierputzsystem. Anders als die abdichtenden Schichten ist Sanierputz darauf ausgelegt, Restfeuchte und vor allem bauschädliche Salze aufzunehmen. Seine offene Porenstruktur lagert die Salze im Putz ein, statt sie an die Oberfläche treten zu lassen. So bleibt die sichtbare Wandfläche trocken und frei von Ausblühungen, während die Wand kontrolliert austrocknen kann. Gerade in salzbelastetem Altbaumauerwerk ist dieser Schritt entscheidend für ein dauerhaft sauberes Ergebnis.

Die Abstimmung dieser Lagen aufeinander ist die eigentliche Fachaufgabe. Wird etwa ein dichter Putz dort eingesetzt, wo die Wand noch atmen muss, entstehen schnell neue Schäden. Die Ausführung nach DIN 18533, der maßgeblichen Norm für die Abdichtung erdberührter Bauteile, gibt hier den Rahmen vor.

Die Rolle der nachträglichen Horizontalsperre

Eine flächige Innenabdichtung allein reicht nicht aus, wenn Feuchtigkeit von unten aufsteigt. Bei vielen Altbauten fehlt eine wirksame Horizontalsperre im unteren Mauerwerk. Wasser zieht dann kapillar wie in einem Schwamm nach oben und erreicht Wandbereiche, die eine reine Flächenabdichtung gar nicht erfasst.

Hier setzt die nachträgliche Horizontalsperre an. Dabei wird eine Reihe von Bohrlöchern in das Mauerwerk gesetzt und ein Dichtmittel injiziert, das sich im Porengefüge verteilt. Es entsteht eine wasserabweisende Sperrschicht, die den kapillaren Aufstieg unterbricht. Oberhalb dieser Linie kann das Mauerwerk austrocknen.

Bei aufsteigender Feuchtigkeit gehören Flächenabdichtung und Horizontalsperre deshalb zusammen. Die Horizontalsperre stoppt die Nässe von unten, die Innenabdichtung schützt vor seitlich eindringender Feuchte. Details zum Injektionsverfahren erläutern wir auf der Seite zur nachträglichen Horizontalsperre.

Innenabdichtung bei drückendem Wasser

Drückendes Wasser ist der anspruchsvollste Lastfall. Hier steht das Wasser nicht nur als Bodenfeuchte an, sondern übt aktiven Druck auf die Kellerwand aus, etwa bei hohem Grundwasserstand oder bei Stauwasser in bindigen Böden.

Eine Innenabdichtung kann auch gegen drückendes Wasser eingesetzt werden. Mineralische Dichtschlämmen sind in der Lage, dem Wasserdruck von der Innenseite her entgegenzuwirken und die Feuchtigkeit zurückzuhalten. Wichtig ist aber, die Grenzen klar zu benennen: Das Wasser drückt weiterhin von außen gegen die Wand, die Belastung des Bauteils bleibt bestehen. Die Innenabdichtung verlagert das Problem an die Innenseite, beseitigt aber nicht den Druck selbst.

Deshalb wird bei drückendem Wasser sorgfältig geprüft, ob die Innenabdichtung genügt oder ob zusätzliche Maßnahmen sinnvoll sind, zum Beispiel eine Drainage zur Druckentlastung oder, wo möglich, eine Außenabdichtung. Welcher Weg trägt, lässt sich nur nach einer Begutachtung vor Ort und einer Einschätzung der Wassersituation entscheiden. Eine pauschale Antwort gibt es bei diesem Lastfall nicht.

Ablauf in Schritten

Eine fachgerechte Innenabdichtung folgt einer festen Reihenfolge:

  1. Begutachtung und Diagnose. Feuchtemessung, Beurteilung der Ursache und Prüfung der Salzbelastung. Daraus ergibt sich das Abdichtungskonzept.
  2. Untergrund vorbereiten. Alter, lockerer Putz wird bis auf das tragfähige Mauerwerk entfernt, Fugen werden ausgekratzt und die Fläche gereinigt.
  3. Horizontalsperre setzen. Falls Feuchtigkeit aufsteigt, wird die Bohrlochreihe gesetzt und das Dichtmittel injiziert.
  4. Dichtschlämme auftragen. Die mineralische Dichtschlämme wird in mehreren Lagen aufgebracht, inklusive sauberer Anschlüsse an Boden und Ecken.
  5. Sperrputz aufziehen. Die abdichtende Putzlage verstärkt und schützt die Dichtschlämme.
  6. Sanierputz aufbringen. Das Sanierputzsystem nimmt Restsalze auf und bildet die sichtbare, trockene Oberfläche.
  7. Trocknung und Kontrolle. Die Wand trocknet kontrolliert aus, das Ergebnis wird abschließend geprüft.

Jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf. Wird die Untergrundvorbereitung vernachlässigt, hält die beste Dichtschlämme nicht dauerhaft.

Vor- und Nachteile im Überblick

Die folgende Tabelle stellt Innen- und Außenabdichtung gegenüber:

KriteriumInnenabdichtungAußenabdichtung
Aufgraben des Erdreichsnicht nötigerforderlich
Aufwand und Eingriffgering, von innenhoch, rundum
Eignung bei enger Bebauunggut geeignetoft nicht möglich
Wirkung gegen seitliche Feuchtewirksamwirksam
Wirkung gegen drückendes Wasserbegrenzt, Druck bleibthält Wasser direkt ab
Nutzung des Hauses währenddessenmeist möglicheingeschränkt
Kostenrahmenmeist niedrigermeist höher

Kurz zusammengefasst die Stärken und Grenzen der Innenabdichtung:

Vorteile: kein Aufgraben, geringerer Eingriff, das Haus bleibt bewohnbar, niedrigere Kosten, auch dort umsetzbar, wo die Außenseite nicht zugänglich ist.

Nachteile: der Wasserdruck bei drückendem Wasser bleibt auf der Wand, die Feuchtigkeit wird an der Innenseite gestoppt statt an der Außenseite abgehalten, und der Erfolg hängt stark von der sauberen Diagnose und Ausführung ab.

Innenabdichtung in Bielefeld und OWL

In Bielefeld und der Region Ostwestfalen-Lippe steht DichtWerk häufig vor Altbauten, deren Mauerwerk ohne funktionierende Horizontalsperre errichtet wurde. In solchen Häusern steigt Feuchtigkeit über Jahre kapillar auf, und gleichzeitig dringt seitlich Nässe durch die Kellerwände. Wo die Gebäude dicht an Nachbargrundstücken, Garagen oder gepflasterten Flächen stehen, ist das Aufgraben für eine Außenabdichtung oft unwirtschaftlich.

Genau hier spielt die Innenabdichtung ihre Stärke aus: Sie lässt sich im bewohnten Haus ausführen, ohne das Erdreich zu öffnen. Mit über 5 Jahren Erfahrung in der Bauwerksabdichtung arbeitet DichtWerk nach DIN 18533 und gewährt auf die fachgerechte Ausführung bis zu 10 Jahre Funktionsgarantie. Am Anfang steht immer die kostenlose Begutachtung vor Ort, in der Regel innerhalb von 24 Stunden, mit einer ehrlichen Einschätzung, ob die Innenabdichtung trägt oder zusätzliche Maßnahmen nötig sind.

Häufige Fragen

Kann man einen Keller wirklich nur von innen abdichten? Ja, in vielen Fällen lässt sich ein Keller von innen abdichten, etwa mit mineralischer Dichtschlämme, Sperrputz und einem Sanierputzsystem. Sinnvoll ist das vor allem bei seitlich eindringender Feuchte und aufsteigender Nässe. Bei dauerhaft drückendem Grundwasser stößt die reine Innenabdichtung an Grenzen und sollte durch eine fachkundige Begutachtung bewertet werden.

Was kostet die Kellerabdichtung von innen im Vergleich zur Außenabdichtung? Die Innenabdichtung ist meist günstiger als die Außenabdichtung, weil das Aufgraben des Erdreichs entfällt. Der genaue Preis hängt von Wandfläche, Feuchtigkeitsgrad, Salzbelastung und der nötigen Horizontalsperre ab. Eine belastbare Einschätzung ergibt sich erst nach einer Begutachtung vor Ort, die DichtWerk in der Regel innerhalb von 24 Stunden kostenlos anbietet.

Hilft eine Innenabdichtung gegen drückendes Wasser? Gegen drückendes Wasser kann eine Innenabdichtung Feuchte zurückhalten, indem die Dichtschlämme dem Wasserdruck entgegenwirkt. Die Belastung der Wand bleibt jedoch bestehen, da das Wasser weiter von außen drückt. In solchen Fällen prüfen wir, ob zusätzliche Maßnahmen wie eine Drainage oder eine Außenabdichtung nötig sind.

Was bringt eine nachträgliche Horizontalsperre? Eine nachträgliche Horizontalsperre unterbricht den kapillaren Aufstieg von Feuchtigkeit im Mauerwerk. Sie wird durch Injektion eines Dichtmittels in eine Bohrlochreihe erstellt. Ohne sie kann eine reine Flächenabdichtung die aufsteigende Nässe nicht stoppen, weshalb beide Verfahren bei Altbauten oft kombiniert werden.

Wie lange hält eine Innenabdichtung? Fachgerecht nach DIN 18533 ausgeführt, hält eine Innenabdichtung viele Jahre. DichtWerk gewährt auf die Ausführung bis zu 10 Jahre Funktionsgarantie. Entscheidend sind eine saubere Untergrundvorbereitung, die richtige Materialwahl und das Beseitigen der Feuchtigkeitsursache.

Kann ich den Keller während der Arbeiten weiter nutzen? In den meisten Fällen ja. Die Innenabdichtung erfolgt vom Innenraum aus, ohne das Erdreich aufzugraben. Einzelne Räume sind während der Trocknungs- und Putzphasen eingeschränkt nutzbar, das Haus bleibt aber bewohnbar.

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