Was ist eine nachträgliche Innenabdichtung?
Eine nachträgliche Innenabdichtung ist ein Verfahren zur Sanierung von feuchten oder undichten Kellerwänden, bei dem die Abdichtung von der Rauminnenseite aufgebracht wird. Dieses Verfahren kommt zum Einsatz, wenn eine Außenabdichtung nicht möglich oder zu aufwendig ist – zum Beispiel bei angrenzender Bebauung, hohem Grundwasserstand oder denkmalgeschützten Gebäuden.
Hierzu wird in verschiedenen Arbeitsgängen eine mehrschichtige Abdichtung aufgebracht, die anschließend verputzt und je nach Bedarf auch hochwertig verspachtelt und gestrichen werden kann.
Die 4 Arbeitsschritte im Detail
1. Untergrundvorbereitung

Um eine dauerhafte Haltbarkeit der Abdichtung zu gewährleisten, muss der Untergrund von alten Anstrichen, Beschichtungen und Putzen befreit werden. Hierzu wird der vorhandene Putz komplett entfernt und das freigelegte Mauerwerk abgeschliffen.
Im Sanierungsbereich müssen vorhandene Estriche in einem Streifen von ca. 30 cm entfernt werden. Anschließend wird im Bereich des Wand-Sohlenanschlusses eine Nut gestemmt.
Warum ist das wichtig? Nur auf einem sauberen, tragfähigen Untergrund kann die Abdichtung ihre volle Wirkung entfalten. Lose Schichten oder alte Beschichtungen würden die Haftung beeinträchtigen.
2. Dichtschlämme und Hohlkehle

Im Bereich der gestemmten Nut wird mit einem speziellen Mörtel eine Hohlkehle erstellt. Diese erfüllt zwei wichtige Funktionen:
- Sie dient dazu, die spätere Abdichtung sauber auf die Bodenplatte zu führen
- Sie verhindert, dass im Bereich des Wand-Sohlenanschlusses Wasser eindringen kann
Im Anschluss wird auf die komplette Wandfläche eine ca. 0,5 cm starke Dichtschlämme aufgetragen. Diese mineralische Beschichtung bildet die erste Abdichtungsschicht und haftet direkt auf dem vorbereiteten Mauerwerk.
3. Reaktivabdichtung

Im nächsten Schritt wird eine zweilagige Reaktivabdichtung aufgetragen. Der Prozess:
- Zuerst wird eine vollflächige Kratzspachtelung als Kontaktschicht hergestellt
- Anschließend werden in verschiedenen Arbeitsgängen zwei jeweils 0,3 cm starke Schichten der Abdichtung auf Wand und Bodenplatte aufgetragen
Für die Ausführung der Arbeiten verwenden wir eine Schichtstärkenkelle. So stellen wir eine durchgängige Schichtstärke der Abdichtung sicher – denn nur eine gleichmäßige Schicht garantiert dauerhafte Dichtheit.
4. Putzauftrag

Nach vollständiger Durchtrocknung der aufgebrachten Abdichtung wird die Wandfläche mit einem vollflächigen Spritzbewurf versehen. Anschließend wird die Wand mit einem speziellen Kalkmörtel verputzt und der Estrich wieder geschlossen.
Je nach Fußbodenaufbau ist die vorhandene Dämmung zu ergänzen und ein Randdämmstreifen einzulegen. Im Anschluss können die Wandflächen je nach Nutzungsart der Räumlichkeiten bearbeitet werden – ob Streichen, Tapezieren oder Fliesen.
Der Aufbau im Querschnitt
Das Dichtwerk-Innenabdichtungssystem besteht aus mehreren aufeinander abgestimmten Schichten:
- Wand – Das vorbereitete, freigelegte Mauerwerk
- Hohlkehle mit Dichtschlämme – Sichere Anbindung an die Bodenplatte
- Reaktivabdichtung – Zweilagige, flexible Abdichtungsschicht
- Wandputz – Schutz- und Gestaltungsschicht
Für wen eignet sich die Innenabdichtung?
Die Innenabdichtung ist besonders geeignet, wenn:
- Eine Außenabdichtung baulich nicht möglich ist (z.B. Reihenhäuser, angrenzende Gebäude)
- Die Kosten einer Außenabdichtung mit Erdaushub unverhältnismäßig hoch wären
- Schnell gehandelt werden muss, um weitere Schäden zu vermeiden
- Der Keller zu Wohnzwecken oder als Lagerraum genutzt werden soll
Fazit
Die nachträgliche Innenabdichtung ist ein bewährtes und effektives Verfahren, um feuchte Kellerwände dauerhaft trocken zu legen. Entscheidend für den Erfolg ist die fachgerechte Ausführung jedes einzelnen Arbeitsschrittes – von der gründlichen Untergrundvorbereitung bis zum abschließenden Putzauftrag.
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